In Kladow, Gatow und Groß-Glienicke
wird nie wieder die Ruhe einkehren
Am 4. Juli hat die DFS eine neue Planung der Flugrouten vorgelegt, die deutlich von denen des 6. Septembers 2010 abweichen. Die Sprecherin von kfBerlin, Marela Bone-Winkel, und der Sprecher des Bündnisses Berlin Brandenburg gegen neue Flugrouten, Marcus Peichl, werten die Veränderungen als deutliche Verbesserung und als Erfolg unseres Widerstandes. Ebenso äußern sich die meisten Politiker in Berlin und Brandenburg. Auch für unsere Region bedeuten die Veränderungen einen entscheidenden Fortschritt – aber trotzdem werden wir überflogen werden und
unsere Forderung „außenrum statt oben rüber“ bleibt unerfüllt.
Abflüge bei Westwind: Flugzeuge mit Zielorten im Nordosten und Norden starten bei Westwetterlage (ca. 70% im Jahr) von der Nordbahn. Die meisten von ihnen werden etwas westlich von Ludwigsfelde eine Höhe von 1.500 Meter erreicht haben und können dann vom Fluglotsen die Freigabe bekommen, ihr Ziel direkt anzusteuern. Bei Erreichen der Stadtgrenze müssen sie 2.400 Meter hoch sein (siehe Abb. 1). Die meisten Flugzeuge, die nach Nordosten müssen, werden in Richtung GERGA abdrehen, ehe sie uns erreichen. Flugzeuge, die sich über NOOST hinaus nach Norden und Nordwesten bewegen, werden uns in einer Höhe ab ca. 2.600 Metern überfliegen.
Maschinen, die diese Höhenkriterien nicht erfüllen, fliegen den Punkte WESTI an und werden westlich um Werder herum geleitet (siehe Abb. 2). Dies sind vor allem Großraumflugzeuge, wie die Boeing 747, die aufgrund ihres Gewichts nicht so schnell steigen. Sie bewegen sich nördlich von Potsdam und werden eine Mindesthöhe von ca. 5.000 Metern haben, wenn sie unsere Region erreichen. Insgesamt werden 51 Flüge pro Tag von der Nordbahn abgehen (siehe Abb. 3), die für uns relevant sind (6 Propellermaschinenen und 45 Jets bzw. 48 Flüge Richtung NOOST-Punkt und 3 um Werder herum).
Abflüge bei Ostwind: Flugzeuge mit Zielorten im Nordwesten und Westen starten bei Ostwetterlage (ca. 30% im Jahr) von der Nordbahn. Sie werden uns ab einer Höhe von 5.500 Metern überfliegen (siehe Abb. 4). Pro Tag werden es 132 sein (2 Propellermaschinen und 130 Jets).
Die Anflüge: In Verkehrsspitzenzeiten werden die Anflüge per Radar über die sog. Transitionsstrecken nach Schönefeld geführt. Für Anflüge auf die Nordbahn führt diese Strecke weit an uns vorbei, so dass wir nicht betroffen sein werden. In Zeiten mit geringem Verkehr wird bei Ostwind direkt ein Punkt in der Nähe von Ludwigsfelde (rotes Kästchen) angeflogen. Um ihn zu erreichen, werden uns Flugzeuge aus Norden und Nordwesten überqueren. Da im Anflug über lange Strecken hinweg sehr niedrig geflogen wird, könnten wir hier von Flughöhen unter 1.500 Metern betroffen sein.
Fazit: Unser Widerstand hat eine deutliche Verbesserung für unsere Region bewirkt, so dass es nicht so schlimm kommt, wie noch im September 2010 zu befürchten war. Im Vergleich zu Regionen wie Teltow oder Rangsdorf kommen wir sicherlich mit einem blauen Auge davon. Wie groß der Lärm über uns allerdings tatsächlich sein wird, werden wir wohl erst erfahren, wenn BER in Betrieb geht. Eins steht aber bereits jetzt schon fest: egal ob Westwind oder Ostwind, in Kladow, Gatow und Groß Glienicke wird nie wieder die Ruhe einkehren, die wir noch vor einem Jahr gewohnt waren.
Ehe Tempelhof geschlossen wurde, waren wir hier von Fluglärm völlig verschont und seit 1998 hat man uns vorgegaukelt, dass dies auch so bleiben würde. Nun wissen wir, dass das nicht stimmt. Die Zeiten ohne Fluglärm sind vorbei und unsere Forderung „außenrum statt oben rüber“ wird durch die neuen Pläne nicht erfüllt. Jeder von uns muss für sich entscheiden, ob er mit dem Kompromiss leben kann, oder den Kampf für ein Leben ohne Lärm, ohne Gesundheitsbeeinträchtigung und ohne Absturzrisiko fortsetzt. Die BISS wird sich jedenfalls nicht zur Ruhe setzen und freut sich über jede Unterstützung!
Manfred Thüring
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Nun ist das Gejammer gross, hätten die Berliner für Tempelhof gestimmt, wäre dieser BER Flughafen gar nicht erst ans Netz gegangen. Selber schuld !!!
Lieber Herr Thüring,
wirklich super und motivierend, wie Sie kämpfen. Wir sind sehr gespannt, wie die Menschenkette am Müggelsee klappen wird. Die größte Herausforderung wird eventuell nicht die ausreichende Anzahl, sondern die optimale Verteilung der Menschen um den Müggelsee sein.
Herzliche Grüße,
Jeannine Heide
Hallo liebe Mitstreiter, hallo lieber Manni, auch wenn wir tatsaechlich mit dem sog. “blauen Auge” davon kommen sollten, ist ein weitermachen dringend notwendig. Ab Oktober sind wir bestimmt wieder dabei. L.G. Heiko und Cordula