Halte inne, Klaus Wowereit!
Spalte nicht Berlin!
Zum wiederholten Mal zieht der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit über die Berliner Bürgerinnen und Bürger in den Bürgerinitiativen her, die es nicht hinnehmen wollen, dass man ihnen jahrelang falsche Flugrouten vorgegaukelt hat. Er hetzt gegen sie als „Villenbesitzer“ oder „Menschen mit Häuschen am Wasser“. Kennt der Regierende Bürgermeister seine Stadt so wenig, dass er meint, so die Berlinerinnen und Berliner beschreiben zu dürfen, die z.B. in Gatow und Kladow wohnen und sich durch den Flughafen Berlin – Brandenburg wegen neuen Fluglärms bedroht fühlen?
Es ist eine jämmerliche Hilflosigkeit, wenn ein Politiker von eigenen Versäumnissen abzulenken versucht, indem er in seiner Stadt Neid und Hass schürt. Ein Regierender Bürgermeister sollte sich nicht zu Tönen herablassen, die jenen von Linksextremisten in einigen Stadtteilen Berlins ähneln. Sprache strukturiert das Denken, und zu leicht können Worte wie Öl im Feuer Konflikte aufkommen lassen.
Bei den Bürgerinitiativen gegen die neu verkündeten Flugrouten geht es nicht um „Villenbesitzer“, sondern um Menschen, die keine 24 000 Euro im Monat wie der Regierende Bürgermeister erhalten, um Menschen, die für viel weniger ihr Leben lang hart arbeiten, um sich ein kleines eigenes Häuschen in ruhiger Umgebung leisten zu können. Wir laden Klaus Wowereit herzlich ein, Gatow und Kladow einmal kennenzulernen.
Ein Besuch im Spandauer Süden würde ihn mit der Wirklichkeit vertraut machen. Aber Herr Wowereit umgibt sich augenscheinlich lieber mit den Bossen und Bonzen, auf dem Golfplatz und anderswo, und hängt ihnen an den Lippen. Erst werden den Berlinerinnen und Berlinern falsche Flugrouten vorgegaukelt, jetzt wohl viele neue Arbeitsplätze im Wolkenkuckucksheim. Durch die Zusammenlegung von Flughäfen entstehen zunächst einmal Synergieeffekte, was meist Arbeitsplatzabbau bedeutet. Wer behauptet, durch ein aufgelockertes Nachtflugverbot würden 18 000 Arbeitsplätze entstehen, sollte erst einmal den Nachweis erbringen. Bisher ist der Flughafenchef Schwarz eine Antwort schuldig geblieben. Das ist bei einem Jahresgehalt von 550 000 Euro mehr als dürftig.
Nicht nur Herr Hunold von Air Berlin hat im Vertrauen auf die Politik investiert, sondern auch viele Berlinerinnen und Berliner. Sie haben auf die jahrelang veröffentlichten Flugrouten vertraut, sich dort angesiedelt, wo wenig Umgebungslärm zu erwarten ist. Sie haben bewusst auf Preis- und Mietnachlässe wegen Lärms verzichtet. Darum gehen die Bürgerinitiativen gegen die neuen Flugrouten auf die Straße. Und das ist auch gut so.
Gemach, gemach, Regierender Bürgermeister, nur Zusammenhalt lässt Berlin als offene Stadt gedeihen, Spaltung nicht.
BISS – Bürgerinitiative Spandauer Süden gegen Fluglärm
Cordula Benndorf, Dr. Edith Niehuis, Hildegard Thüring, Dr. Manfred Thüring, Ingrid-Luise Andrzejewski
BISS-THEMEN
- „Demokratie – weg ist sie!”
- Die Chancen des Flughafens BER nutzen, die betroffenen Menschen entlasten
- „Wir sind eine schlaflose Gesellschaft geworden”
- Herbert Rinneberg verwies auf erheblich mehr Belastung durch die Anflüge
- Was haben wir erreicht,
wie geht es weiter? - In Kladow, Gatow und Groß-Glienicke
wird nie wieder die Ruhe einkehren


